Sie sind hier: Startseite > Aktuelles

Aktuelles


Ab dem Jahr 2017 können wieder neue Anträge auf ein LICHER-Stipendium gestellt werden. Die Antragsformulare und nähere Erläuterungen finden Sie unter der Seite 'Bewerbung'.

Neue Stipendien

Kurz vor Weihnachten 2012 konnte ein weiteres Stipendium abgeschlosssen werden. In einer Dissertation werden die Habitat- und Raumansprüche des Grauspechts und ihre jahreszeitlichen Veränderungen mit Hilfe radiotelemetrischer Methoden untersucht Das Thema ist für den hessischen Artenschutz außerordentlich interessant, da das Land aufgrund der eingeschränkten Verbreitung eine besondere Verantwortung zum Erhalt der eruopäischen Population der Art hat. Der Grauspecht weist als eine der wenigen an den Waldlebensraum angepassten und ihn ganzjährigen besiedelnden Vogelarten einen negativen Bestandstrend aus. Aufgrund seiner -außerhalb der Paarungszeit - heimlichen Lebensweise und der geringen Dichte seines Vorkommens fehlen belastbare Hinweise auf die genauen Ursachen des Bestandsrückgangs. Die Arbeit lässt einen wichtigen Beitrag zur genauen Kenntnis der Lebensweise des Grauspechts erwarten.

Eine Untersuchung zur Bestandsentwicklung und zum Dispersionsverhalten einer isolierten Blaukelchenpopulation im Schwalm-Eder-Kreis soll Aussagen zu den Auswirkungen des Lebensraumverlustes durch die Flutung des Tagebaus Gombeth ermöglichen. Diese Aussagen sollen Grundlage für die Entwicklung und Durchführung von Schutzmaßnahmen für die Blaukehlchenpopulation sein.

Kürzlich abgeschlossene Arbeiten

Eine Untersuchung zur Effektivität von Amphibienschutzanlagen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg zeigte, dass nicht alle Anlagen ihre Funktion erfüllen. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Eine besondere Bedeutung kommt jedoch einer mangelnden Betreuung der Anlagen zu. Ehrenamtliche Helfer stehen nicht überall zur Verfügung und die Strraßenmeistereien sind meist mit der Aufgabe überfordert. Dies gilt vor allem für Anlagen, die nicht ohne Hilfe menschlicher Helfer auskommen. Teure und fest eingebaute Amphibienschutzanlagen bedürfen geringerer Pflege und Hilfe bei den Amphibienwanderungen. Es werden anhand von Fotos verschiedene Anlagen dokumentiert und Lösunjgsvorschläge gemacht.

Durch europäisches und deutsches Recht kommt Deutschland eine sehr hohe Verantwortung für den Schutz überwinternder nordischer Gänse zu. Deshalb wurden in einer im Dezember des letzten Jahres abgeschlossenen Bachelorarbeit Untersuchungen zu Nahrungsgewohnheiten und Störreizen überwinternder Tundrasaat- und Blessgänse im Hessischen Ried durchgeführt. Es zeigte sich, dass die Gänse vor allem durch Erholungssuchende, Jäger, Fischer und durch den privaten Flugverkehr in ihrem natürlichen Verhalten erheblich beeinträchtigt werden, was sich auch auf den Erhaltungszustand der lokalen Population auswirkt. Aus den Ergebnissen der Untersuchung wurden folgende Handlungsempfehlungen für ein zukünftiges Gänsemanagement abgeleitet: ein zu erstellender Managementplan für das Vogelschutzgebiet 'Hessisches Ried mit Kühkopf Knoblochsaue' muss die Belange der nordischen Gänse in besonderer Weise berücksichtigen, die Akzeptanz für die Überwinterung der Gänse und deren Fraßverhalten muss bei den Nutzen des Gebietes durch Aufklärung verstärkt werden, eventuell auftretende Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen sind finanziell auszugleichen und die von den Gänsen genutzten Flächen müssen auf lange Sicht in ihrer jetzigen Nutzung gesichert werden.

Mit dem Einfluss von Klimaveränderungen auf die Verbreitung des Rotmilans in Hessen beschäft sich ein kürzlich abgeschlossenes Stipendium. Anhand verschiedener Fragen, denen im Rahmen von modernen Modellierungsansätzen nachgegangen wird und die vor allem den klimabedingten Nutzungswandel der Landschaft einbeziehen, werden Aussagen zu Ursachen des gegenwärtig zu beobachtenden Rückgangs der Art und ggf. erforderlichen Schutzmaßnahmen getroffen.
Insgesamt kommt die Stipendiatin zur Aussage, dass unter Berücksichtigung der vorliegenden, aber unzureichenden Daten über prognostizierte Landnutzungsveränderungen bis 2050 von nur einer geringen Auswirkung der Klimaveränderung auf den Rotmilanbestand in Hessen auszugehen ist (Zunahme bis zu 3 % bis 2050 und bis zu 16 % bis 2080 ist möglich). Es kann allerdings zu lokalen Verschiebungen der Populationsdichte je nach regionalklimatischen Schwankungen und Landnutzungsänderung kommen. Die zugrundegelegten Modelle ergeben bei einer reiner Klimabetrachtung Bestandszunahmen von 0,6 bis 10,8 % bis zum Jahr 2050. Ergänzt durch prognostizierte Landnutzungsänderungen lässt sich ein leichter Rückgang bis 2030 von max. 0,8 % darstellen. Würde der gesamte Nadelwald in Misch- bzw. Laubwald umgewandelt nähme der Rotmilanbestand etwa um 2 % bzw. 4 % bisd zum Jahr 2050 zu.

Allgemein